iPRES 2013, 3. Tag und Workshops

Friday, September 06th, 2013 | Author:

Die Keynote am letzten Konferenztag gab unter anderem einen Ausblick auf die Förderung von Forschungsinfrastrukturen seitens der Europäischen Union im Horizon 2020 Förderprogramm: “Infrastructures in Horizon2020: support to data and computing intensive science”. An diesen Auftakt schlossen sich zwei Tracks, jeweils zu Governance und Digitized Collections an. In weiteren Tracks ging es um Curation. Hier brachte der Vortrag “Towards Concise Preservation by Managed Forgetting: Research Issues and Case Study” den zwischenzeitlich in der digitalen Welt etwas in den Hintergrund geratenen Aspekt des Vergessens wieder in Erinnerung. Das Panel zu Web Archiving: Lessons and Potential diskutierte ein zunehmend relevantes Themengebiet. Zum Konferenzabschluss wurde der nächste Austragungsort für 2014 vorgestellt: Die Library of Victoria hostet die nächste iPRES in Melbourne, Australien.

Instituto Superior Technico

Die iPRES 2013 fand am portugiesischem "Instituto Superior Technico" in Lissabon statt, jedoch nicht direkt im repräsentativen Hauptgebäude.

Der Donnerstagnachmittag und der komplette Freitag waren für eine ganze Reihe von Workshops reserviert. Behandelte Themengruppen waren beispielsweise Preservation at Scale,  Open Research Challenges in Digital Preservation oder Cost of Curation. Letztere werden im 4C project bearbeitet. Im Challenges Workshop wurde nochmal an die Problemstellung der Digitalen Langzeitarchivierung erinnert: “Digital is about how to process bits, not to store them.” Ein weiterer Diskussionpunkt befasste sich mit der Herausforderung des Erkennens von Fehlern in Massenscans, wie verschobene Seiten (abgeschnitte Sätze, Absätze) oder fehlende Seiten. Neue Herausforderungen liefert das Cloud-Paradigma: Früher wurden proprietäre Programme genutzt, um mit Daten zu arbeiten, aber die Daten verblieben direkt beim Nutzer. Mit dem Cloud-Computing und Services wie Google-Docs oder Office 365 verschiebt sich alles zum Serviceanbieter. Dieses bedeutet kurzfristige Vorteile für die Anwender, birgt aber Risiken auf längere Sicht durch das verschobene Kräfteverhältnis. Weiterhin ging es um die Frage, ob “Digital Preservation” sich als eigenständige Wissenschaft etablieren soll.

Aus den Erfahrungen im bwFLA-Projekt ergeben sich eine Reihe von organisatorischen und technischen Fragestellungen. Bisher ist die Softwarearchivierung von Standardkomponenten noch nicht wirklich geklärt. Es gibt zwar eine Reihe von Akteuren, die bestimmte Standardsoftware archivieren, diese sind jedoch nicht zwingend “vollständig”. Zudem wäre es im Sinne der Reproduzierbarkeit von Umgebungen hilfreich, wenn Standardsoftwarekomponenten mit einer eindeutigen Kennzeichnung versehen wären. Dann ließen sich beispielsweise wissenschaftliche Desktops und Workflows zumindest von dieser Seite eindeutig beschreiben und an anderer Stelle reproduzieren (nur die eigens für die Anwendung erstellte Software müsste tatsächlich individuell archiviert werden).


Tags »

Trackback: Trackback-URL | Comments Feed: RSS 2.0
Category: Events

Comments and pings are currently closed.