iPRES 2013, 1. Tag

Tuesday, September 03rd, 2013 | Author:

Der erste Tag der iPRES startete nach der Keynote von Gildas Illien (Bibliothèque nationale de France) mit zwei parallelen Tracks zu “Web Archives” und “Object Preservation”. Der zweite Track startete mit einer Evaluation von zwei Standardwerkzeugen zur Database Preservation, SIARD und Chronos. Das Archivieren einer Datenbank ist üblicherweise nicht einfach nur der Dump des Inhalts in eine oder mehrere Dateien. DB Retirement kann zudem bedeuten, dass (nicht mehr benutzte) Daten schrittweise aus dem RDBMS herausgezogen werden. Ein Teil der Analyse beschäftigte sich mit der Klassifikation, welche Datenbankfunktionen nach dem Archivierungsschritt noch zur Verfügung stehen. RDBMS sind typischerweise ziemlich komplex. Daher muss in dieser Form der Archivierung überlegt werden, welche DB-Elemente (Table, Views, Triggers, Sequences, Indices, Scheduler, User Defined Data Types, …) extrahiert werden müssen. Nicht alle Elemente machen für eine (Langzeit-)Archiving Sinn, einige, wie Trigger sind möglicherweise sogar gefährlich zu nutzen. Eine weitere Frage ergibt sich mit Data Retention, dem Entfernen von Daten/-sätzen aus Privatshäre- oder anderen rechtlichen Gründen (nach Ablauf bestimmter Zeitperioden).

Der zweite Votrag beschäftige sich auf der Hardware-Ebene mit der Archivierung von bestimmten Typen von Video-Bändern, die bei der BBC im Einsatz waren. Welche Herausforderungen entstehen bei der Migration von alten analogen bzw. veralteten digitalen Formaten zu einem aktuellen Digitalen, welches dann als Datei auf hochkompakten Magnetband abgelegt wird. Da keine Video-/Audiokompression vorgenommen wird, wird die Datenmenge so groß, dass derzeit keine Fixity-Checks vorgenommen werden können.

Im letzten Vortrag dieses Tracks präsentierte K. Rechert ein Teilergebnis des bwFLA-Projekts: “Large-Scale Curation and Presentation of CD-ROM Art”. Digitale Kunst kann nur sinnvoll existieren, diskutiert und erhalten werden, wenn es möglich ist, diese live anzusehen und sie regelmäßig aufzuführen. Die User- und Künstler-Communities sollten geeignet eingebunden werden und die Möglichkeit haben, ihre Objekte zu zeigen. Am Ende des Vortrags stand der Aufruf den Demo-Service des Projekts auszuprobieren. Das Ziel besteht darin, dass am Ende Institutionen wie die Transmediale, ihre Digitale Kunst wieder öffentlich ausstellen können ohne dafür aufwändige eigene Infrastrukturen und Personal vorhalten zu müssen.

Präsentation der "Digital Art Curation" mit dem bwFLA EaaS-Framework

Präsentation der "Digital Art Curation" mit dem bwFLA EaaS-Framework

In den Nachmittags-Tracks “Sharing Knowledge” und “Repositories” wurden Fragen der Interoperabilität von Systemen und Daten sowie Repositorien mit Bezug zum OAIS-Modell behandelt. So stellt sich beispielsweise die Frage, wie OAIS bei verteilten Preservation Systems sinnvoll angewendet werden kann. Der Umfang der Kooperationen zwischen Institutionen und die Arbeit mit verschiedenen Anwendern nimmt mit der Spezialisierung von Serivce-Providern und der Menge der Daten zu. Mit Archivematica wurde eine freie OAIS-Implementierung vorgestellt, die seit vier Jahren entwickelt wird und aktuell in der ersten Produktivversion herausgebracht wurde. Hierbei spielten Fragen der Nachhaltigkeit, Nachvollziehbarkeit und Skalierbarkeit eine Rolle. Das System kann mit Projekten, wie D-Space, DuraCloud, Hydra, … integriert werden. Ein weiterer Vortrag befasste sich mit der “Trustworthiness of user perception”. Der Konferenztag wurde durch eine Poster-Präsentation abgeschlossen.

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Category: bwFLA Projekt, Events

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