Full-System-Preservation eines Motorola Mac

Tuesday, June 11th, 2013 | Author:

Archive erhalten Nachlässe bedeutender Persönlichkeiten, die zunehmend auch digitales Material, wie Datenträger oder auch komplette Geräte umfassen. So wie früher Skizzenbücher, Notizen oder geschriebene Briefe Arbeitsmittel waren, übernehmen Computer zunehmend diese Rolle. Ein Beispiel für einen solchen Nachlass ist das Vilem Flusser Archiv an der Universität der Künste in der Berlin, welches einen Apple Macintosh mit einem bedeutenden Werk und Disketten mit dem ersten elektronischen Buch übernommen hat. Das bwFLA-Framework sieht deshalb Workflows vor, um komplette Maschinen bzw. Umgebungen komplett zu archivieren. Dieses konnte zwar wegen der alten Motorola-Architektur (68040 CPU) nicht komplett angewendet werden, da noch kein Bootsystem für das Imaging der Festplatte auf der Originalhardware erzeugt wurde. So wurde die Festplatte (unerwarteterweise eine IDE-Platte von Quantum mit 270MByte Kapazität) entfernt und in einem PC angeschlossen, auf dem ein Linux gebootet wurde. Das erzeugte Image wird in weiteren Schritten aufbereitet und im bwFLA-EaaS-Frramework im BasiliskII-Emulator bereitgestellt.

Beim ersten elektronischen Buch handelte es sich um “Die Schrift”, die in Kooperation mit einer Göttinger Firma entstand und auf zwei 5,25″ Disketten mit 360kByte Kapazität, ausgeliefert wurde. Mit einem geliehenen 5,25″ Laufwerk und der Konfiguration der korrekten Kapazität im PC-BIOS (es mussten direkt die 360kByte eingestellt werden, da sonst die Datenträger nicht gelesen wurden) konnten beide Datenträger ebenfalls in ein Image überführt werden. Das Ergebnis ließ sich sodann direkt in einem Emulator mit DOS (z.B. DOSBox) betrachten.

Das originale Objekt auf dem Performa 630 Mac.

Das originale Objekt auf dem Performa 630 Mac.

Tags »

Trackback: Trackback-URL | Comments Feed: RSS 2.0
Category: bwFLA Projekt

Responses are currently closed, but you can
Trackback the post from your own site.