Zugriff und Migration von PPT 4.0 in Originalumgebung

Wednesday, November 07th, 2012 | Author:

Die British Library führt seit einigen Jahren regelmäßige Web-Harvests  der UK-Domains durch und speichert neben traditionellen Webseiten ebenfalls eine Menge verlinkten anderen Contents. Hierzu zählen beispielsweise Power Point Dateien in frühen Versionen oder Real Media Audio-Streams. Diese Dateiformate sind mit heutigen Programmen nicht mehr abspielbar. Das und die Fragen, wie man den Inhalt wieder sichtbar machen und Nutzern bereitstellen kann, triggerte eine lebhafte Diskussion, beispielsweise auf dem Blog von Ch. Rusbridge.

Emulation wurde in dieser Diskussion noch immer als kompliziert und mit größeren Problemen behaftet angesehen. Jedoch setzt sich auch bei größeren Gedächtnisorganisationen wie dem Britischen Nationalarchiv die Erkenntnis durch, dass Emulation eine mögliche Lösung darstellen kann. Um diesen Ansatz zu demonstrieren, hat das bwFLA Projekt zwei Demonstratoren erstellt. Einmal kann eine PPT-Datei in ihrer Originalumgebung, beispielsweise einem Windows 3.11 mit einem frühen Office-Paket betrachtet werden. Zum anderen wurde die Datei unter Nutzung der Originalumgebung und eines PDF-Druckers in ein PDF umgewandelt – Migration-by-Emulation.

Dieser Ansatz erspart ein “Öffnen der Blackbox” – zu versuchen ein obsoletes Format im Nachhinein zu vestehen und einen Viewer nachzuimplementieren, was die Gefahr birgt, nicht alle Significant Properties abzubilden. So ist der Versuch, beispielsweise Microsoft um die Offenlegung älterer Formate zu bitten, ehrenwert, aber er greift vermutlich zu kurz. Selbst wenn eine Offenlegung erfolgt, müsste trotzdem noch ein geeigneter Viewer erstellt werden, was je nach Menge der interessierenden Objekte mit hohem Einzelaufwand verbunden wäre. Es wäre hingegen wünschenswert, dass Formate von Beginn an offengelegt sind und sich an allgemein verbreitete und akzeptierte Standards halten.

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