Besuch in Boston: TSM (und Rosetta)

Friday, January 13th, 2012 | Author:

Heute ein ganz spannendes Gespräch mit O. Wolf, Produktmanager TSM bei IBM zum Thema digitale Langzeitarchivierung und Access geführt und das bwFLA-Projekt diskutiert. Digital Preservation ist bisher kein zentrales Thema bei TSM, wo es um Datensicherung und schnelles Rückholen bei Verlust geht, womit die klassischen Elemente der Bitstromsicherung abgedeckt sind. Die Sicht auf die Langzeitarchivierung war erst einmal die Industrieperspektive: Gibt es einen Bedarf und mittelfristig einen Markt, der so etwas nachfragt. Sie sehen in erster Linie bei ihren Kunden den Aufbewahrungsbedarf von Daten für einen mittelfristigen Zeitraum, wo man mit klassischen Ansätzen, wie einem “Hardwaremuseum” die Anfragen noch bewältigen kann. Ab einem gewissen Punkt wird es dann zu einer Frage der Kosten, ob es billiger ist, den Zugriff auf Daten abzubrechen, weil es zu teuer wird, oder in Maßnahmen für den Langzeitzugriff zu investieren, ähnlich wie eine Bandsicherung eine Versicherung gegen einen Systemausfall ist.

U.S.S. Constitution im Hafen von Charlestown/Boston

Ein klassisches nicht-digitales Kulturgut auf dem Heritage-Trail in Boston - U.S.S. Constitution im Hafen von Charlestown.

Außerhalb der rein kommerziellen Schiene wird ganz klar der kulturelle und wissenschaftliche Wert von Daten gesehen, was aber noch nicht unbedingt einen Businesscase ausmacht. Damit kam man wieder auf die alte Archivarfrage, welche Daten man überhaupt aufheben will, welchen Aufwand man mit diesen Daten treiben möchte und wer später darauf zugreifen wird.

Ein weiterer wichtiger Punkt war die Bewahrung des Wissens um die Benutzung von Originalumgebungen. Diese sollten in den Metadaten mit aufbewahrt werden. Diese Aufgabe könnten später auch spezielle Experten, wie digitale Archivare, übernehmen. Weiterhin ging es um die Frage nach der Emulatorbewahrung, durch Migration oder Ineinanderschachtelung. Insbesondere die geeignete Übersetzung des Inputs (Tastatur beispielsweise als Onscreen-Keyboard, vor allem für System mit stark anderem Layout wie ZX-Spectrum) muss geeignet erfolgen können.

Der Besuch bei exLibris wurde leider kurzfristig abgesagt, da die relevanten Kollegen alle kurzfristig nach Israel mussten. Hier wäre insbesondere die Diskussionen von API’s von Rosetta für eine mögliche Einbindung von bwFLA-Workflows interessant gewesen, , was diese Frage auf eine etwas allgemeinere Grundlage gestellt hätte. Ebenso hätte die Sicht von exLibris auf das Thema technische Metadaten sicherlich den Horizont erweitert.

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Category: bwFLA Projekt, R&D

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